ÖSTERREICHISCHER KYNOLOGENVERBAND

Die Kynologie in der Corona Krise


Noch zu Jahresbeginn wäre ein Zukunftsforscher über die Vorhersage der globalen Situation, in der wir uns mittlerweile infolge des Auftretens des Corona Virus befinden, bestenfalls mitleidig belächelt worden. Die Realität ist aber einschneidender, als wir uns das in unserer freiheitsliebenden Welt jemals vorstellen konnten.

Die Bundesregierung, Bundesminister Anschober und die regionalen Gesundheitsbehörden haben zur Bekämpfung der Verbreitung des Virus weitreichende Verkehrsbeschränkungen erlassen, die auch vor unserem kynologischen Handeln nicht Halt machen. Die Einhaltung dieser Maßnahmen ist nicht nur Pflicht jedes gesetzestreuen Staatsbürgers, sondern auch wegen der Verantwortung jedes Einzelnen für die Gesundheit aller Mitbürger oberste Priorität.

Wir als Hundeliebhaber sind daher aufgefordert, die Bekämpfung der Verbreitung des Corona Virus ernst zu nehmen und die Bestimmungen der einschneidenden Maßnahmen ihrem Sinn nach zu erfüllen. Es ist nicht an der Zeit und auch nicht im Sinne unserer Hunde, etwaige Schlupflöcher in den Bestimmungen zu suchen, um unsere eigenen Interesse vor das Gemeinwohl zu stellen.

Unser kynologisches Leben hat daher massive Einschränkungen erfahren. Alle Veranstaltungen sind betroffen und mussten abgesagt oder zumindest verschoben werden. Die Hundeausbildung in den Vereinen ist derzeit nicht möglich, die Rassehundezucht ist zum Erliegen gekommen. Hundebeurteilungen, Prüfungen und Ausstellungen können nicht durchgeführt werden und viele andere kynologische Aktivitäten sind nur ohne zwischenmenschlichen direkten Kontakt allenfalls über die moderne Telekommunikation realisierbar.

Wie der Innenminister Nehammer aber immer wieder betont sind wir aber auch gefordert, das oftmals überschießende Informationsangebot bezüglich Ansteckungsgefahr und Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona Virus kritisch zu betrachten. Wir sollten keinesfalls der Panikmache mancher Autoren besonders in den sozialen Medien verfallen. Vertrauen Sie bitte den Veröffentlichungen der Behörde und angesehener Institutionen. Wichtige Links zum Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (früher Gesundheitsministerium) und zur Veterinärmedizinischen Universität Wien haben wir Ihnen auf der Starseite der ÖKV Homepage angeführt. Sie brauchen diese nur anzuklicken, um alle Ihre Fragen rund um Corona Virus und Hund aktuell beantwortet zu bekommen.

Als Dachverband hat der ÖKV seinen Bürobetrieb bereits dieser Notsituation angepasst. Die Telefonberatung wird aufrecht gehalten, indem die MitarbeiterInnen in einem abwechselnden Dienstbetrieb ohne persönlichen Kontakt und damit ohne Ansteckungsgefahr individuelle Auskünfte geben. Es wird allerdings angeraten, Ihre Anliegen per E-Mail an das jeweilige Referat zu richten. Über das zwischenzeitlich eingerichtete Home-Office werden Ihre Anliegen bearbeitet. Gleichzeitig wird versucht, den ÖKV auf die Zeit nach der eigentlichen Pandemie auszurichten.

Der österreichische Bundeskanzler Kurz meint in Interviews auch immer, dass die Zeit nach der Krise ganz anders aussehen wird, als es die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation vorher war. Dies trifft zweifelsohne auch für die Kynologie zu. Wir werden unsere Tätigkeiten neu zu beurteilen und zu orientieren haben. Wir werden in vielen Fällen zeitlich befristete Ausnahmeregelungen brauchen, um unsere kynologischen Aktivitäten neu zu entfalten. Viele Gewohnheiten und Regelungen werden auf deren Gültigkeit und Sinnhaftigkeit zu überprüfen sein, neue Technologien und neue Betätigungsfelder werden zu beachten und zu verwenden sein.

Es wird daher nicht nur der ÖKV als Dachverband, sondern jede Verbandskörperschaft, jede Ortsgruppe und jeder Hundeliebhaber gefordert sein, sich der Zeit nach der Krise anzupassen. Dies haben wir dann ohne viel Bürokratie und ohne zwischenmenschliche Konflikte im Sinne unserer Hunde rasch zu erledigen.

Die Krise hat aber zweifelsohne auch etwas Positives in der Mensch-Hunde Beziehung. Die Meisten von uns haben bedingt durch die verordneten Beschränkungen mehr Zeit für den Hund. Nutzen wir diese Zeit zur Beschäftigung mit unseren Hunden.

Zum Abschluss sei Bundespräsident Van der Bellen mit „Wir schaffen das“ zitiert. Gemeinsam mit unseren Hunden werden wir auch diese Krise meistern. Optimismus und zielstrebiges Handeln werden notwendig sein.

Bleiben Sie gesund.

Dr. Michael Kreiner


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